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MediClin Rose Klinik veranstaltet Sozialarbeitertagung

Migranten sind "anders" krank
05.01.2012

Horn-Bad Meinberg. Kranke Menschen in Kliniken benötigen Hilfe. Von Ärzten, von Pflegekräften – und von Sozialarbeitern. Doch deren Tätigkeit im Krankenhausalltag wird immer komplexer. Um Menschen mit Migrationshintergrund helfen zu können, ist verstärkt interkulturelle Kompetenz gefragt.

Rund 40 Reha-Fachberater, Fallmanager in Krankenhäusern, Sozialarbeiter und Vertreter von Selbsthilfegruppen informierten sich bei der 15. Bad Meinberger Fachtagung über aktuelle Entwicklungen der Sozialarbeit im Klinikwesen. Die Veranstaltung in der MediClin Rose Klinik ist inzwischen OWL-weit zum zentralen Forum für die Wiedereingliederung nach längeren Klinikaufenthalten geworden. Die Sozialarbeiter in Krankenhäusern beraten und geben Hilfestellung bei der Wiedereingliederung in Arbeit und Alltagsleben. Sie unterstützen die Patienten bei den nötigen Gesprächen mit Arbeitgebern und Sozialämtern oder vermitteln Kontakte zu Selbsthilfegruppen. 

Judith Storf von der Unabhängigen Patientenberatung Bielefeld skizzierte die Neuerungen im Gesundheitssystem und deren Auswirkungen auf Patienten und Berater. Ihr Fazit: Weil das System immer undurchschaubarer wird, nimmt der Beratungsbedarf deutlich zu. Es sei in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden, sich eigenverantwortlich optimale medizinische Versorgung zu sichern. Wartezeiten bei Ärzten und Krankenhäusern, Zuzahlungen, ablehnende Bescheide der Krankenversicherung, der reibungslose Übergang von der Akutklinik in die Reha, all das nannte Judith Storf als Beispiele für Situationen, in denen qualifizierte Beratung notwendiger denn je sei. Für steigende Anforderungen an Sozialarbeiter, Fallmanager und Selbsthilfegruppen sorge dabei die wachsende Zahl von Patienten mit Demenz, psychosomatischen Problemen und Kommunikationsstörungen.

Kommunikation war auch das Thema von Dr. Ursula Bertels vom Verein „Ethnologie in Schule und Erwachsenenbildung“. Die Münsteranerin machte deutlich, wie wichtig interkulturelle Kompetenz im Gesundheitswesen sei. Dabei gelte es bei der Behandlung von Menschen mit Migrationshintergrund, nicht nur sprachliche Hürden zu überwinden. Auch der Umgang mit Krankheiten, ihren Ursachen und ihren Therapien ändere sich von Kultur zu Kultur. Dieser Herausforderung müsse sich Sozialarbeit in Kliniken stellen.

Ein weiteres Thema der Tagung war die Altersmedizin an der Schnittstelle zwischen Akut- und Rehaversorgung. Dazu referierte mit Dr. Anke Nolte die Chefärztin der Geriatrie des St. Johannisstifts in Paderborn. Dr. Claus-Oliver Bolling, Oberarzt der Onkologie an der MediClin Rose Klinik, erläuterte Therapiemöglichkeiten für Wundheilungsstörungen in der Rehabilitation.

Text: Wort&Co, Detmold