03.03.2020

Schmerzen ganzheitlich verstehen und behandeln

Wer mit Larissa Viefhues spricht, spürt sofort die tiefe Leidenschaft der 51-jährigen Ergotherapeutin: Die Leidenschaft, zu heilen. Die Leidenschaft, nicht bloß Symptome zu behandeln, sondern den Ursachen von Schmerz auf den Grund zu gehen. Die Leidenschaft, den ganzen Menschen zu betrachten – und Zusammenhänge zu erkennen, die sonst verborgen bleiben.

„Alles ist miteinander verbunden“, sagt Larissa Viefhues: „Eine Störung an einer Körperstelle kann Krankheitsbilder in einem ganz anderen Bereich hervorrufen.“ Ehe sie vor fünf Jahren zur Rose Klinik kam, war sie unzufrieden mit den oftmals begrenzten therapeutischen Möglichkeiten: „Häufig wird nur lokal an den Patienten gearbeit. Man sucht genau dort, wo es weh tut. Schmerzt der Nacken, wird der Nacken behandelt.“

Oft hätte sie bei Patienten beobachtet, dass Therapieerfolge nur von sehr kurzer Dauer seien: „Schmerzen des menschlichen Körpers werden oft missverstanden und falsch interpretiert. Sie verschwinden – und kommen schnell zurück.“

Man sucht meist nur dort, wo es weh tut. Oft liegt die wahre Ursache ganz woanders.

An der Rose Klinik fand sie schließlich ein offenes Umfeld für ganzheitliche Therapieansätze, hier behandelt sie seither Schmerzpatienten mit orthopädischen, onkologischen und neurologischen Krankheitsbildern: „Allein in der Ergotherapie arbeiten wir nach 27 verschiedenen Behandlungskonzepten. Das ist ein einzigartiges Konzept. Es kommt den Patienten unmittelbar zugute – und macht es für mich zu einem spannenden und abwechslungsreichen Aufgabenfeld.“

Schmerzen seien häufig sehr komplex und müssten nicht nur lokal betrachtet und behandelt werden, sondern auf vielen Ebenen: „Mit den Händen, den Augen und dem Verstand untersuche ich den ganzen Patienten, um der Ursache eines Problems gewissenhaft auf die Spur zu kommen.“ Eine exakte Anamnese, bei der sie die Krankengeschichte bis ins kleinste Detail nachvollzieht, sei besonders wichtig. „Das vegetative Nervensystem spielt eine entscheidende Rolle ebenso wie die Verbindung und gegenseitige Beeinflussung von Hautarealen und Organen“, erklärt sie. „Ich stelle durch Berührungen und die Stimulation bestimmter Druckpunkte fest, welche Meridiane bei dem Patienten Schmerzen auslösen und kann diese so ganz gezielt therapieren.“

Schmerzen werden sehr häufig missverstanden und falsch interpretiert.

Ihre Diagnosen führen oft zu anfänglichem Unglauben und später zu staunender Erkenntnis: Eine Patientin etwa hatte so starke Rückenschmerzen, dass sie sich kaum bewegen konnte. „Die Frau war Mitte 50. Als 24-jährige hatte sie einen Kaiserschnitt.“ Es sei Viefhues rasch klar geworden, dass die OP-Narbe am Bauch Ursache der schweren Schmerzen sein musste. „Die Patientin hat mich erst nur fassungslos gefragt, warum ich an ihrer Narbe herumfummle? Es gehe doch um den Rücken!“, lacht Viefhues.

Doch die Rückenmuskulatur hatte die Arbeit der durch den Kaiserschnitt geschädigten Bauchmuskeln übernommen, war dadurch dauerhaft überlastet „und schaltete irgendwann einfach ab“, erklärt die Ergotherapeutin. Mit manuellen Techniken, die am Muskel-Faszien-System ansetzen, konnte sie das jahrzehntelange Schmerzproblem entscheidend lindern.

„Solche Erfolge sind natürlich auch wichtig für die weitere Gesundheit. Viele Schmerzpatienten nehmen über Jahre hinweg hohe Schmerzmitteldosen. Andere werden operiert. Solche schwerwiegenden Eingriffe können wir teilweise verhindern.“

Wichtig sei, bei ihrer Arbeit gedanklich flexibel zu sein: „Schubladendenken bringt nichts. Was dem einen hilft, ist beim anderen wirkungslos“, so die Therapeutin und lacht: „So bleibt mein Verstand wach.“

Ihren Patienten zeigt Viefhues, wie sie Druck- und Schmerzpunkte sowie die Zusammenhänge ihres Körpers besser kennenlernen. „Ich unterstütze die Patienten, ihren Schmerz besser zu verstehen. So kann ich ihnen Tipps und Übungen für Zuhause mitgeben.“

Ihre Ansprechpartnerin

Larissa Viefhues

Ergotherapeutin

MEDICLIN Rose Klinik